Baredorf: Benötigt Barendorf ein neues Feuerwehrhaus?
Warum ein neues Feuerwehrhaus? Hat die Samtgemeinde nicht schon genügend Bauvorhaben mit den drei Grundschulen samt zweier neuer Sport- und Mehrzweckhallen (Neetze und Wendisch Evern) vor der Brust? Und zudem gibt es doch in Barendorf ein Feuerwehrhaus, das ja noch nicht mal richtig alt ist. Stimmt! Steht man auf der Straße und schaut man auf das Gebäude, sieht man 2 Garagen, in denen 3 Fahrzeuge stehen. Die linke Garage ist 1958 errichtet worden. Die rechte Garage erst 1987. So betrachtet ist der Anbau hinter den Garagen neuwertig, da er erst 2002 errichtet wurde. Das Gebäude ist quasi nagelneu. Der älteste Teil ist erst, heute noch in Teilen, 68 Jahre alt. Dann erfolgte vor 39 Jahren der erste Anbau. Und vor 24 Jahren erst der zweite Anbau. Alles easy? Nein. Denn, wie schon erwähnt, stehen in den 2 Garagen 3 Fahrzeuge, die mit einem Dieselmotor angetrieben werden. Die beim Starten entstehenden Abgase werden nicht abgesaugt und nach Außen geleitet. Dies ist gesundheitsgefährdend und nur noch über einige „Klimmzüge“ begrenzt erlaubt. Dann sind die Garagen zu klein. Die Fahrzeuge sollen in der Garage von allen vier Seiten zu begehen sein. Dies schafft bei uns im Dorf nicht mal die schlankeste und kleinste Person im aufrechten Gang. Bei einem Fahrzeug kommen sie nicht einmal unter Verrenkungen an die Fahrertür.
Es gibt keine Möglichkeit einer Umkleide. Die persönliche Schutzausrüstung legt der Barendorfer Feuerwehrmann/-Frau an, wenn alle drei Fahrzeuge aus den Garagen auf den Vorplatz gefahren sind. Es ist für Beobachter von außen amüsant, die Feuerwehrmenschen in Unterwäsche durch die Hallen hüpfen zu sehen. Seien sie sich versichert, wir Aktiven finden das nicht lustig. Wir finden es teilweise sogar entwürdigend. Es fehlt auch die Möglichkeit, sich nach einem Einsatz zu reinigen bzw. zu duschen. Dabei ist dies dringend nötig. Warum? Stellen sie sich vor, dass, egal ob ein Haus oder Kfz brennt, jede Menge Schadstoffe entstehen, die sich, nachdem sie sich durch die Schutzausrüstung gasförmig durchgeschmuggelt haben, auf der schweißnassen Haut niederlassen. Wenn sie keine Möglichkeit der Reinigung haben, nehmen sie die Gift- und Gefahrstoffe mit nach Hause. So schlimm ist das nicht? Bei jedem Brand, egal, was brennt, entstehen bis zu 4000 verschiedene gasförmige Stoffe, von denen mindestens 2000 krebserregend oder potenziell krebserregend sind. Einige spezielle Krebserkrankungen sind z.B. in Kanada und Schweden seit geraumer Zeit als Berufskrankheit bei Feuerwehrleuten anerkannt. Folglich tut Vorsorge Not. Und da denke ich, dass unsere ehrenamtlichen Beschäftigten der Samtgemeinde, was anderes sind die Feuerwehrleute nicht, diesen Schutz verdient haben. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Brände, ja große Brände, es dieses Jahr schon in der Samtgemeinde gab.
Und ein Schulungsraum für ca. 30 Menschen, der in der Spitze von 45 Menschen belegt ist, kann auch nicht als ausreichend bezeichnet werden. Oder? Aber wir wollen nicht nörgeln. Immerhin gibt es nach Geschlechtern getrennte Toiletten.
Dass dies alles Geld, sogar viel Geld, kostet, ist uns Allen klar. Nur in den heutigen, unruhigen, Zeiten, kann so einiges an Aufgaben auf die Gemeinden und Samtgemeinden zukommen, das sich nur mit der Feuerwehr lösen lässt. Zum Beispiel die Versorgung mit Trinkwasser, Bereitstellen von Strom, um kritische Infrastruktur am Leben zu halten und noch einiges, an das ich gar nicht denken möchte. Bei jeder Katastrophe, ob durch die Natur verursacht oder durch Kriege: Auf jedem Video, egal, wo auf der Welt aufgenommen, sehen sie Feuerwehrleute durch das Bild laufen. Also nehmen wir alle zur Kenntnis, dass diese Hilfen nicht vom Himmel fallen, sondern sorgfältig gepflegt und unterhalten werden müssen. Auch wenn es Geld kostet.
Hans Riechert