Die Abstimmung über eine Teilertüchtigung der Mehrzweckhalle in Wendisch Evern endete mit einen Nein gegen die Maßnahme. Damit ist der Weg offen für einen Neubau, für den wir uns seit Jahren ausgesprochen haben. Die Halle ist stark mängelbehaftet und die wenigen Um- und Anbauten, wie sie von der CDU-Fraktion in der vorherigen Legislatur initiiert worden waren, ändern wenig an ihrem schlechten Zustand und sollten zu finanziellen Lasten der Gemeinde gehen.  Zwischen Neubau und Teilertüchtigung konnte es keinen Kompromiss geben, so dass der Bürgerentscheid nun Klarheit brachte.

Bei einer Wahlbeteiligung von 51,07 % waren 344 für und 431 Stimmen gegen die Maßnahme. An Kosten entstanden 2.388,29 Euro. Eine Stellungnahme der CDU-Fraktion ist uns nicht bekannt, sie hat sich während der ganzen Phase des Bürgerbegehrens komplett zurückgehalten. Die Interessengemeinschaft für die Ertüchtigung hat sich in einer E-Mail an den Samtgemeindebürgermeister als schlechte Verlierer geäußert und sogar dem Wetter die Mitschuld für das Ergebnis gegeben. Die Debatte im Dorf rankt sich nun um eine potenzielle Sanierung der Halle, ohne dass bis jetzt allerdings klare Anforderungen und Ideen, aber auch Risiken vorgestellt worden wären. Wir haben dazu intern ausführlich auch mit Kollegen der CDU diskutiert. Sie neigten eher zu zurückhaltenden Maßnahmen auf Kosten der Gemeinde.

Wir glauben nicht, dass unsere Gemeinde ein solches Projekt tragen könnte und sind skeptisch, was die Wirtschaftlichkeit angeht.

Wir sind erleichtert über das Endergebnis des Bürgerentscheids und wollten nun in der letzten Sitzung des Bau- und Wegeausschusses der Samtgemeinde den nächsten Schritt unternehmen: Der Rat der Gemeinde Wendisch Evern hatte bereits im Mai 2025 einen entsprechenden Antrag an die Samtgemeinde gerichtet. Darin bittet er den Samtgemeinderat als Träger von Grundschule und des Schulsportes um den Um- und Ausbau der Grundschule Wendisch Evern auf der Grundlage des Raumkonzepts, aufgestellt im Zuge der Phase 0, sowie um den Neubau einer 1-Feld-Sporthalle mit Mehrzweckfunktionen. Dabei ist klar, dass die näheren Bedingungen zwischen Gemeinde und Samtgemeinde vertraglich festgelegt werden müssen. Klar ist auch, dass die Gemeinde ihren Kostenanteil an Mehrzweckfunktionen wird tragen müssen. 

Die Diskussion machte deutlich, dass seitens einer konservativen Mehrheit im Samtgemeinderat nach wie vor ein großes Misstrauen gegen das inzwischen schon deutlich geschrumpfte Raumkonzept besteht. Meistens geht es um Flächengrößen, von denen sie offensichtlich meinen, Wendisch Evern könnte zu gut bedient werden.  Wir glauben aber, dass es vor allem um das pädagogische und soziale Konzept geht. Es ist auf moderne Lehr- und Lernformen, Ganztagsbetreuung und Inklusion ausgerichtet. Zudem sollen in die Planung außerschulische Aktivitäten aus dem Dorf und den Vereinen einbezogen werden, um so einen sozialen und kulturellen Ort für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Man könnte meinen, dass sei für diese Ratskollegen Teufelswerk, da sie nun seit ca. zwei Jahren gegen alles angehen, was mit den Plänen aus Wendisch Evern zu tun hat und keine Kompromisse möglich sind. Zu einer Diskussion über den Neubau der Halle kam es erst gar nicht und der Antrag wurde im Fachausschuss von CDU, Grünen und UBOs abgelehnt. Wir hoffen, dass im Samtgemeinderat eine Lösung gefunden wird. Somit stehen wir wieder am Anfang, sind kein Stück vorangekommen. Woran das wohl liegen mag?

Heidemarie Apel