Barendorf: Weihnachtszeit – Haushaltszeit
oder: Wie weit kommen wir mit 1,15 €/10 €?
Wir Bürger zählen das Gehalt, damit wir wissen, wie viele und welche Geschenke wir uns zu Weihnachten leisten können. Mal mehr, mal weniger eben. Aber hoffentlich kaufen wir nur so viel, wie es das Portemonnaie hergibt. Ich wünsche Ihnen allen fröhliche, gesunde und entspannte Weihnachten. Vergessen Sie dabei aber nicht, warum wir Weihnachten in der heutigen Zeit feiern. Gott hat uns, zum Heil der Welt, seinen Sohn geschenkt. Unter anderem darum gibt es den Brauch des Schenkens. Damit könnte nun die Geschichte zu Ende sein.
Wenn es da nicht die Kommunalpolitikerin, den Kommunalpolitiker gäbe. Der wird schon Wochen vorher so richtig beschenkt. Unser aller Unternehmen, die Gemeinde, funktioniert nur, wenn sie für das kommende Jahr einen Plan, einen Finanzplan, hat. Und somit beginnt für uns Feierabendpolitiker schon im Oktober die Bescherung. Das Geschenk: Der Haushaltsplan für das kommende Jahr, aktuell das Jahr 2026.
Betrachten wir den Entwurf des Ergebnishaushaltes der Gemeinde Barendorf für das Jahr 2026. Insgesamt verdient die Gemeinde 2.948.400 €. 2.377.000 €, und damit der weitaus größte Posten, sind die Anteile der von den beschäftigten Einwohnern erarbeiteten Einkommensteuern. Dazu kommen noch 571.400 € sonstige Einnahmen. Gewerbe- und Grundsteuer, zum Beispiel. Auch die Hundesteuer ist für die Gemeinde vorgesehen. Werden noch Strom, Gas und sonstige Leistungen über das Gebiet der Gemeinde geleitet, bekommen wir als Gemeinde Gebühren erstattet.
Damit kann man doch ganz gut leben, so als Gemeinde, denken Einige. Es gibt nur ein Problem: Wo Geld reinkommt, geht auch wieder Geld weg. Der größte Batzen sind die Transferaufwendungen. 34 % der Aufwendungen werden pauschal an die Samtgemeinde transferiert. Damit „bezahlt“ Barendorf alle Leistungen anteilig, die in der Samtgemeinde anfallen. Das Rathaus mit seinen Mitarbeitenden, den Bauhof, die Feuerwehren, unsere drei Grundschulen, die fünf Kinderkrippen usw. Nein, nicht die Kindergärten. Die gehören den Mitgliedsgemeinden. Gemeindeverbindungsstraßen, ebenso weitere Gebäude, der Winterdienst, Gehölz- und Grünlandpflege auf Samtgemeinde eigenen Flächen, Standesamt, Umweltschutz, Kläranlagen usw. gehören auch dazu. Und wenn sie nun glauben, dass damit ein Ende erreicht ist, kommt der Landkreis und nimmt sich 54,5 % aller Gemeindeeinnahmen, damit er seinen Aufgaben nachkommen kann. Und schon sehen wir, was der Gemeinde Barendorf bleibt. Von jedem 10 €-Schein bleiben 1,15 €/Schein für die Aufgaben der Gemeinde übrig. Für den Haushaltsplan 2026 sind dies zum Beispiel ungefähr 676.700 €. Davon ziehen wir noch flugs Löhne und Gehälter, den Arbeitgeberanteil für Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung sowie die Anteile der VBL (Betriebsrente) in Höhe von insgesamt ca. 693.900 € ab, dann kommen wir auf das Ergebnis von -17.200 €. Geht ja noch, oder? Wenn da nicht noch die anderen Aufgaben der Gemeinde wären. Instandhaltung der Kindergärten, freiwillige Leistungen an Vereine und Institutionen, Zinsen für aufgenommene Kredite, z.B. für Vorauszahlungen zur Straßensanierung. Da kommt dann noch einiges zu den -17.200 € dazu. Nämlich -691.600 €. Und schon plant die Gemeinde Barendorf mit einem Minus von 708.800 € für das kommende Jahr 2026. Kämmerer und Gemeindedirektorin zu sein ist in diesen Zeiten kein schöner Beruf.
Aber solche Rechnungen machen alle 6 Gliedgemeinden der Ostheide und auch die Samtgemeinde auf. Die Zahlen sind mal etwas besser, mal etwas schlechter. Wie die Zukunft aussieht, steht in den Sternen. Wer in diesen Zeiten auf eine Besserung hofft oder sie gar verspricht, ist ein echter „Spökenkieker“.
Ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Jahresausklang 2025 und ein gutes, positiv verlaufendes 2026. Was ich auch unserer Gemeinde und unserer Samtgemeinde wünsche.
Ich hoffe jedenfalls, dass sie mich weiter mitmachen lassen.
Ihr
Hans Riechert