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Norbert Meyer Foto: Norbert Meyer

13. April 2021: Ein Jahr Gemeindedirektor

„Das reicht bald für eine ganze Legislaturperiode…“

Am 24.11.2019 wurde Dennis Neumann zum Bürgermeister der Einheitsgemeinde Bleckede gewählt. Damit endete zum 30.11.2019 sein Arbeitsverhältnis bei der Samtgemeinde Ostheide und er konnte auch nicht mehr Gemeindedirektor der Gemeinde Wendisch Evern sein.

Die Gemeinde Wendisch Evern hatte sich zu Beginn der Legislaturperiode im Jahre 2016 dazu entschieden, das Amt des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors zu trennen. So musste eine Person aus dem Führungspersonal der Samtgemeinde das Amt des Gemeindedirektors, also der Person, die die Verwaltungstätigkeiten ausführt, übernehmen.

Zunächst wurde am 07.11.2016 der damalige Kämmerer der Samtgemeinde Ostheide, Herr Volker Behr zum Gemeindedirektor ernannt. Als dieser die Samtgemeinde Ostheide in Richtung seiner Wohnortgemeinde zur Samtgemeinde Bothel am 31.12.2017 verließ, bat er um Entlassung aus dem Ehrenbeamtenverhältnis als Gemeindedirektor zum 15.09.2017.

Für eine Übergangszeit von einem Monat folgte Fachbereichsleiter Andree Schlikis. Ab dem 01.11.2017 übernahm dann die neue Kämmerin der Samtgemeinde Ostheide, Frau Kristin Müller das Amt der Gemeindedirektorin. Diese hat das Amt dann zum 31.03.2018 niedergelegt. Ihr folgte dann Dennis Neumann zum 01.05.2018 als Gemeindedirektor: Frau Müller blieb seine Stellvertreterin.

Nach 21 Monaten Tätigkeit für die Gemeinde Wendisch Evern wechselte Dennis Neumann dann zur Stadt Bleckede.

Nun stellte sich die Frage, wer das Amt für den Rest der Legislaturperiode ausübt. In der Führungsebene der Samtgemeinde klaffte auch ein Loch, da das Amt der Fachbereichsleiterin III (Ordnungsamt) erst zum 01.07.2020 neu besetzt werden konnte. Auch für den neuen Fachbereich IV (Bildung) konnte eine neue Leiterin erst zum 01.09.2020 gefunden werden. Herr Schlikis, als Fachbereichsleiter I (Personal und Bauen) ist bereits Gemeindedirektor der Gemeinde Reinstorf und wurde frisch zum neuen Allgemeinen Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters gewählt. Die Leiterin des Fachbereichs II (Finanzen), Kristin Müller sollte das Amt der Gemeindedirektorin in Vastorf übernehmen und war zu der Zeit auch als stellvertretende Gemeindedirektorin der Gemeinde Barendorf stark involviert, da auch hier Dennis Neumann als Gemeindedirektor wegfiel.

So stellte sich der Samtgemeindebürgermeister selbst zur Verfügung. „Ich hatte das bisher vermieden die Verwaltungstätigkeiten einer Gemeinde zu übernehmen,“ erklärte Norbert Meyer. „Es sollte nicht der Eindruck entstehen, ich bevorteile eine unserer Mitgliedsgemeinden.“ Um nun aber die Fachbereichsleiter*innen nicht noch mehr zu belasten, entschied der Samtgemeindebürgermeister sich für das Amt des Gemeindedirektors für Wendisch Evern zur Verfügung zu stellen. Am 20.01.2020 berief der Gemeinderat Norbert Meyer dann in das Ehrenbeamtenverhältnis zum Gemeindedirektor.

Was ist seitdem geschehen?

Zunächst mussten bereits angeschobene Dinge zum Abschluss gebracht werden:

So wurde die Sanierung der Bahnbrücken abgeschlossen. Fast 420.000 € hat die Gemeinde hier investiert. Gut, dass die Gemeinde hier mit jeweils 100.000 € mit Strukturfördermitteln des Landkreises sowie Wirtschaftsförderungsmittel der Samtgemeinde unterstützt wurde.

Es wurden die Erschließungsverträge mit der Fa. Geothome GmbH und der Niedersächsischen Landgesellschaft für das Baugebiet „Altdorf“ zum Abschluss gebracht sowie die Erschließungsarbeiten begonnen und von der Gemeinde in Unterstützung eines Ingenieurbüros überwacht.

Dann wurde die Bebauungsplanänderung „Heisterberg – Ost“ auf den Weg gebracht. Hier soll einem ortsansässigen Landwirt die Möglichkeit gegeben werden, eine Maschinenhalle sowie ein „Altenteilerhaus“ an der Bergstraße zu errichten.

Die Kesselanlage im Kindergarten „Plapperkiste“ musste erneuert werden. Hierfür waren entsprechende Angebote einzuholen und der Auftrag zu vergeben.

Die Turn- und Sportgeräte an der Mehrzweckhalle wurden überprüft und instandgesetzt.

Die Gremien der Gemeinde mussten sich mit dem Problem der ständigen Verunreinigung der Straße „In der Heide“ am Elbeseitenkanal beschäftigen. Es wurde letztendlich eine verkehrsrechtliche Anordnung erwirkt, dass der Weg für den motorisierten Verkehr gesperrt wurde.

Die Planungen zur Modernisierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle wurden vorangetrieben. Honorarangebote waren einzuholen und auszuwerten. Ein entsprechender Förderantrag wurde erarbeitet und eingereicht. Für das Beseitigen der Bäume neben der Halle muss ein Ausgleich gewährleistet werden. Entsprechende forstwirtschaftliche und avifaunistische Gutachten waren zu erstellen. Dies wurde gemeinsam mit einem Planungsbüro und dem Forstamt Uelzen erstellt.

Eine alte Wasserversorgungsstelle Gartenstraße/Niendorfer Weg muss verschlossen und zurückgebaut werden. Hier wird zurzeit ein Rückbauvorschlag mit einem Hydrogeologen erarbeitet.

Im Nasstrakt des Sportheimes wurde aufsteigende Nässe festgestellt. Es wurde ein Gutachten erstellt und die Versicherung eingeschaltet. Die Sanierung konnte dann im vergangenen Jahr mit ortsansässigen Firmen vollzogen werden. Die Kosten wurden durch die Versicherung getragen. Außerdem wurde in diesem Zuge die Wasseranlage dahingehend saniert, dass eine Legionellenbildung verhindert wird. Diese Kosten hat die Gemeinde getragen.

Weiter haben die Mitglieder des Gemeinderates mehrere Ortsbesichtigungen durchgeführt und entsprechende Maßnahmen in Auftrag gegeben oder Maßnahmen angeschoben:

  • Instandsetzung des Bolzplatzes an den Werrelwiesen
  • Besichtigung der Ausgleichsfläche um das Baugebiet „Lüneburger Straße“
  • Instandsetzung der Oberflächenentwässerung und des Regenrückhaltebeckens „Auf der Hausstelle“

Der Umbau der Wohnung und des ehemaligen Dorfladens im Kindergartengebäude zur Einrichtung einer weiteren Kindergartengruppe wurde angeschoben. Auch hier wurden Angebote für Architektenleistungen eingeholt und der Planungsauftrag vergeben. Zwischenzeitlich ist der Bauantrag gestellt und es besteht die Hoffnung kurzfristig mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. Auch für diese Maßnahme wurden Fördermittel sowohl beim Land Niedersachsen, als auch beim Landkreis Lüneburg beantragt.

Die Kindertagesstättenvereinbarung des Landkreises Lüneburg wurde neu verhandelt und abgeschlossen. Hierin wird geregelt, in welcher Höhe der eigentlich für die Kinder- und Jugendhilfe zuständige Landkreis die Gemeinden bei der Ausübung dieser Aufgabe unterstützt.

Die Verkehrsinsel an der Ecke „Am Steinbruch/Dorfstraße“ wurde neu gestaltet.

Die Fa. Paul Lohmann produziert im Gewerbegebiet Lüneburg-Hafen Mineralsalze. Hierfür benötigt sie Grundwasser zur Kühlung. Auf dem Gebiet der Gemeinde Wendisch Evern soll hierfür eine Grundwassermessstelle eingerichtet werden. Als Standort ist hierfür der Wertstoffsammelplatz an der Bahnbrücke „Dorfstraße“ vorgesehen.

Und es waren da die laufenden Arbeiten:

  • Unterhaltung der gemeindeeigenen Gebäude, wie Kindergarten und Mehrzweckhalle
  • Personalplanung im Kindergarten
  • Coronabedingte Maßnahmen im Kindergarten
  • Zuschussanträge der Vereine Alte Schule e.V., KKSV, SVW, Jugendfeuerwehr, Zeitloslauf
  • Anträge zu Ausnahmen von Festsetzungen in Bebauungsplänen
  • Stellungnahme Vorhaben Windpark Wulfstorf
  • Überlassungsvertrag Gemeinde – SVW
  • Arbeitsgruppe Timeloberg
  • Fortschreibung des Bushaltestellenausbauprogramms
  • Abstimmung Unterhaltungsarbeiten an den Gemeindestraßen, Kinderspielplätzen, Baumpflegearbeiten usw.

Die aktuellsten Projekte sind nun die Durchführung einer Einwohnerbefragung zum Sportpark Ostheide an der Bundesstraße 4/Kreisstraße 37 schräg gegenüber dem Gut Willerding sowie die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Erweiterung des Sportgeländes am Niendorfer Weg.

Es ist zu erkennen: Die Aufgaben eines Gemeindedirektors, aber auch eines Gemeinderates mit seinen Gremien ist vielfältig. Vielleicht fehlt auch noch einiges in den Aufzählungen. Es fällt nicht immer gleichmäßig viel an. Es gibt Zeiten da ist es mehr, und manchmal ist es weniger. Hier, in der Gemeinde Wendisch Evern, war es im vergangenen Jahr 2020 ein wenig mehr. Oder wie sagte es Bürgermeister Leder kürzlich: „So viel machen manche in einer ganzen Legislaturperiode nicht!“ Da hat er vielleicht gar nicht so Unrecht. Um alle Tätigkeiten auch umsetzen zu können, gab es viele Gremiensitzungen: elf Sitzungen des Verwaltungsausschusses, 5 Sitzungen des Bau-, Wege- und Umweltausschusses, 3 Sitzungen des Jugend-, Sport- und Kulturausschusses, zwei Sitzungen des Kindergarten-, Familien- und Sozialausschusses sowie 5 Ratssitzungen.

Norbert Meyer - Gemeindedirektor der Gemeinde Wendisch Evern

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