Landkreis Lüneburg/Samtgemeinde Ostheide: Windkraftanlagen in der Ostheide
Dem Landkreis Lüneburg liegen zahlreiche Bauanträge für Windparks vor, die mit Inkrafttreten des Regionalen Raumordnungsprogramms RROP im Jahr 2026 ihr Baurecht erlangen werden. Unter anderem sind drei Windparks auf dem Gebiet der Samtgemeinde Ostheide im Klima- und Umweltausschuss beraten worden. Die Samtgemeinde wurde um Stellungnahme im Genehmigungsverfahren gebeten und konnte lediglich Einwände zur baurechtlichen Planung, zum Schmutzwasser und zum Brandschutz abgeben.
Fünf Windkraftanlagen (WKA) sind zwischen Bavendorf und Radenbeck, sechs WKA zwischen Thomasburg und Neetze, am Rande der Breetzer Berg, und 10 WKA zwischen Reinstorf, Radenbeck und Horndorf derzeit beantragt. Alle beantragten WKA werden eine Höhe von etwa 270 m, einen Rotordurchmesser von etwa 175 m und eine Narbenhöhe von etwa 180 m haben.
Alle drei Anträge lassen eine gewisse Sorgfalt der Antragsteller in Bezug auf Brandschutz vermissen. Von den Betreibern wird erwartet, dass die Feuerwehren auf unbefestigten Wegen mit Löschwasser an Bord dem Brand einer WKA Herr werden und lange Wege in Kauf nehmen, da ein Begegnungsverkehr auf den jeweiligen Zuwegungen nicht möglich sein wird.
Unsere Feuerwehrführung der Ostheide hat Brandszenarien durchgespielt und fordern ausreichend Zisternen, Löschwasserbrunnen und Notstromaggregate direkt vor Ort, um ggf. schnell reagieren zu können und eine Ausbreitung von Branden und insbesondere von Waldbränden zu verhindern. Diese Anlagen müssten von den Betreibern gewartet und in Stand gehalten werden.
Seitens der Ausschussmitglieder wird eine automatische Löschvorrichtung in der Kanzel jedes WKA, eine Gefahrstoffanalyse insbesondere für Schmierstoffe, und eine Rückhaltung von kontaminiertem Löschwasser gefordert. Die anwesenden BI-Mitglieder ergänzten die Stellungnahmen mit ihrem Fachwissen.
Die Anträge, die derzeit für 21 WKA vorliegen, beziehen sich nur auf das Gebiet der Samtgemeinde Ostheide. Weitere Anlagen werden in den Breetzer Bergen (etwa 20) zwischen Sülbeck und Nutzfelde (6-7) entstehen, und noch unzählige an unserer Kreisgrenze bei Vastorf insbesondere auf dem Gebiet des Landkreises Uelzen.
Ich persönlich bin für den Ausbau von erneuerbarer Energie mit Wind und Sonne. Die vom Bund vorgegebene Marke von 2 % der Bundesfläche halte ich für durchaus in Ordnung, das vom Land Niedersachsen vorgegebene Flächenziel von 4 % bis 2030 bzw. 3 % bis 2027 für den Landkreis Lüneburg ist schon zu viel, und die durch die Umstände ergebenen 8 % der Fläche der Ostheide sind extrem überdimensioniert und so für die Bevölkerung nicht tragbar.
Brigitte Mertz