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Hans Richert Foto: SPD Ostheide

19. Mai 2022: Hurra, hurra, die Feuerwehr ist da!

Am 08.02.22 war Feuerschutzausschuss in der Samtgemeinde Ostheide. Immer ein Termin, der für rege Diskussionen sorgt, denn die Feuerwehr ist immer mit Ihren Vertretern vernehmbar vertreten.

Ist es doch der Ausschuss in der Samtgemeinde, der nicht mit dem größten Etat gesegnet ist, in dem aber derzeit über eine große Anzahl von teuren Einzelposten ent­schieden werden muss. Es geht um Neuanschaffungen von Fahrzeugen, die immer Einzel­anfertigungen sind. Es gibt Normen für diese Fahrzeuge, aber die besagen nur, was auf den Fahrzeugen verlastet wird, nicht aber wie und wo im und am Fahrzeug. Dann werden diese Fahrzeuge auch noch größer und passen nicht mehr in die vorhandenen Garagen, und die Gebäude müssen angepasst oder neu gebaut werden. Des Weiteren haben sich die Auflagen der Berufsge­nossenschaft für Bau und Ausstattung der Feuerwehrhäuser ver­schärft.

Auch die Ausrüstung der Feuerwehrleute ist zu deren Eigenschutz entsprechend anzupas­sen, damit er/sie/es uns allen im Notfall helfen kann.

Und somit nimmt die Samtgemeinde viel Geld in die Hand, um den Einwohnerinnen und Einwohnern den best­möglichen Schutz zu gewährleisten. Der Angehörige der Feuerwehr ist ein ehrenamtlicher Angestellter der Samtgemeinde mit einem klaren, genau umrissenen Arbeitsauftrag. Zu seinem Auftrag gehören „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“. Zu jeder Stunde des Tages, 7 Tage in der Woche, 52 Wochen im Jahr. Da jeder Feuerwehrmensch allerdings in der Ostheide auch noch einen Beruf hat, ist in jeder Ortsfeuerwehr eine größere Anzahl dieser Freiwilligen nötig, um auch den Brandschutz untertags sicherzustellen. Feuer, Unfälle und sich anbahnende Katastrophen halten sich leider nie an den Feierabend dieser.

Werden Mannschaft und Geräte aber über längere Zeit nicht benötigt, stellt sich immer wie­der die Frage, ob denn der ganze teure Aufwand grundsätzlich nötig ist. Da ich selbst in der Feuerwehr Barendorf aktiv tätig bin, kann ich aus meiner parteiischen Sicht behaup­ten, dass dies nötig tut. Es gibt Jahre, da trainieren wir mehr, als dass wir Einsätze haben. Der Umgang mit dem teuren Gerät muss immer wieder geübt werden, damit im Einsatzfall jeder weiß, was zu tun ist.

Aber zurück zum Feuerschutzausschuss. Diese Sitzung hatte es in sich. Ein Zusammen­schluss aus einer Partei und einer Wählergruppierung stellte drei Anträge, auch um größe­re Einsparungen zu schaffen.

Zunächst ging es um die Anzahl der von der Feuerwehr geforderten Tauchpumpen. Sind diese wirklich nötig, wurde der Ausschuss gefragt. Der Gemeindebrandmeister sollte ver­bindlich erklären, dass alle zu beschaffenden Tauchpumpen in den nächsten 2 Jahren auch zum Einsatz kämen. Wie kann dies verbindlich beantwortet werden? Vielleicht gibt es keine Unwetter, keine sonstigen Überschwemmungen oder technische Defekte. Vielleicht aber haben wir schlecht gewartete Dachrinnen oder Gullys, technische Pannen und Unwetter al­ler Art; dann sind wir Feuerwehren mit unseren Pumpen gefragte Gäste in den einzelnen Häusern. Wie also kann so eine Frage sinnvoll beantwortet werden? Der Ausschuss fand zu diesem Thema einen Kompromiss, mit dem alle Anwesenden leben können. Es werden 5 statt 6 Pumpen beschafft. Wie man sah, lebt die Demokratie in unserer Gemeinde noch.

FFW W Endhausen Lageplan Foto: RSI Ralf Schröder Ingenieurgesellschaft
FFW Wendhausen Ansichten Foto: RSI Ralf Schröder Ingenieurgesellschaft
FFW WEndhausen Foto: RSI Ralf Schröder Ingenieurgesellschaft

Mit dem nächsten Antrag wurde das Ganze schon diffiziler. Die Planungen für die Erweite­rung des Feuerwehrhauses in Wendhausen sollen eingestellt werden. Man kann nicht im­mer Geld für den Bau von Gebäuden ausgeben, auch wenn es sich dabei um Gruppen-/Schulungsräume handelt und eine weitere, zweite Fahrzeughalle gebaut wird. Der Gruppenraum kann durch die Jugendfeuerwehr genutzt werden, und die Halle ist als Unterstellmöglichkeit für ein geländegängiges Waldbrandfahrzeug vorgesehen. Gut, das Fahrzeug ist in der ungefähren Planung und wird zentral durch das Land Niedersachsen beschafft. Und nur die Feuerwehren, die auch solch ein Fahrzeug unterstellen können, bekommen auch eines. Die Samtgemeinde Ostheide mit ihren Wäldern und landwirtschaftlichen
Flächen wird als Standort gehandelt. Allein eine Halle fehlt. Ein solcher Anbau hätte also die Möglichkeit, dass ein nicht gerade preiswertes Fahrzeug in die Ostheide kommt, für das wir nichts bezahlen müssen. Auch angesichts der Tatsache, dass es in der Ostheide zurzeit
nur ein geländetaugliches Feuerwehrfahrzeug gibt, wäre es nötig, ein zweites geländegängiges Fahrzeug in unserer Samtgemeinde zu haben. Und somit ist ein Anbau in Wendhausen nötig, zumal hier dann ein bereits ausgelagertes Fahrzeug abgestellt werden kann, falls das Waldbrandfahrzeug nicht kommen sollte. Die Mehrheit des Ausschusses folgte der Argumentation der SPD und lehnte den gestellten Antrag ab.

Ja, und dann das zu planende Feuerwehrhaus in Barendorf. Auch dazu wurde ein Antrag formuliert, dass sämtliche Maßnahmen bezüglich der Planung eines Neubaus einzustellen sind, da, wie im Feuerwehrbedarfsplan angeregt, noch nicht ausreichend beraten wurde, ob am bestehenden Standort nicht erweitert werden kann. Und dann stellte ich fest, dass es in Barendorf wohl ein zweites Feuerwehrhaus geben muss, denn das im Antrag be­schriebene Haus entspricht nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Ich wohne gegenüber dem derzeitigen Feuerwehrhaus. Der erste Teil des Hauses wurde 1958 errichtet, 1974 er­weitert und 2002 zu seiner jetzigen Gestalt gebracht. Es stehen drei Fahrzeuge in zwei Ga­ragen, kein Fahrzeug hat eine Dieselgasabsaugung und die Fahrzeuge müssen aus der Halle gefahren werden, damit sich die Feuerwehrleute umziehen können. An sich schon ein unhaltbarer Zustand. Und das finden einige Ratsvertreter in Ordnung? Dass letzten März (2021) eine Begehung durch ein Architekturbüro stattfand, war wohl einigen Aus­schussmitgliedern nicht mehr bewusst. Das Ergebnis war, dass sich an diesem Standort keine Erweiterung des Hauses realisieren lässt. Seitdem ist die Gemeinde auf der Suche nach einem passenden Grundstück. Das Bonmot des Antrages war aber, abgesehen von der Unkenntnis der Gebäudelage, der Situation vor Ort und dem Alter des Gebäudes (dies wurde im Antrag deutlich jünger angesetzt), die glorreiche Idee der umweltbewegten und klimaschonenden Partei, dass das Teichbiotop hinter dem Feuerwehrhaus zugeschüttet, also zerstört werden soll, damit dort ein „Tinyhouse“ als Schulungs- und Versammlungsge­bäude errichtet werden kann. Wie sich dort dann die Feuerwehrleute fühlen (53 aktive Er­wachsene auf nicht mal 25qm), weiß nur ein Mastschwein in einem konventionellen Hoch­leistungsstall. Ach ja, der jüngste, gerade mal 20 Jahre alte Anbau würde dann der Spitz­hacke zum Opfer fallen, damit man dort eine Fahrzeughalle errichten kann. Der Unsinn und die Fehler des Antrages wurden ebenfalls von der Mehrheit des Ausschusses erkannt, und auch dieser Antrag wurde abgelehnt.

Was lernen wir aus dieser Sitzung? Dass das eine oder andere Ausschussmitglied sich ger­ne im Vorwege besser informieren sollte, ehe Anträge gestellt werden. Was das Feuer­wehrhaus Barendorf betrifft, biete ich den Interessierten die entsprechenden Führungen durch das Gebäude und den Außenbereich an. Nutzen Sie dieses Angebot, es besteht, so­lange ich hier lebe. Und ich lebe sehr gerne in der Ostheide und speziell in Barendorf.

Hans Riechert (unterstützt von Jörg Pape)

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