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Kläranlage Neetze Foto: Brigitte Mertz

14. Februar 2021: Kläranlage Neetze

Biologische Reinigungsstufe der Kläranlage in Neetze soll erneuert werden

Der Bau-, Wege- und Umweltausschusses der Samtgemeinde Ostheide besichtigte die Kläranlage in Neetze. Hier wurden die Ausschussmitglieder vor Ort von Herrn Schubert, vom beauftragten Ing.-Büro PFI aus Hannover, über die geplante Maßnahme informiert und begründete anschaulich die erforderlichen Maßnahmen. Anschließend stellte er dann sein Konzept für die Erneuerung der biologischen Reinigungsstufe der Kläranlage vor und ging auf die Gründe der Erneuerung ein.

Der Sauerstoffeintrag über die umlaufenden Räumerbrücken sei energieaufwändig und unwirtschaftlich. Darüber hinaus kann zu Beginn der Belüftungsphasen der erforderliche Sauerstoffeintrag mittels der vorhandenen Belüftungsschläuche nicht sichergestellt werden. Außerdem sind beim Bewegungsbecken 1 (BB1) die Schleifringkörper abgängig und können bei Ausfall wegen langer Lieferzeiten (ca. 15 Monate) nicht kurzfristig ersetzt werden. Im Winterbetrieb kommt es häufig zu Betriebsstörungen beim Bewegungsbecken 2 (BB2), verursacht durch Betonschäden und Eisbildungen im Bereich der Räumerlaufbahn. Obwohl die Gebläse zur Drucklufterzeugung auch noch nach über 20 Jahre Betriebsdauer intakt sind sollten sie aufgrund ihrer Laufzeit und Energieeffizienz ersetzt werden, unisono die elektrischen Schaltanlagen, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen und sich außerdem innerhalb der Arbeitsräume befinden, was nach den Arbeitsschutzrichtlinien nicht mehr zulässig ist.

Der Bauausschuss sprach sich einstimmig für die vom Ingenieurbüro vorgeschlagene Kläranlagensanierung in Neetze aus, die wie folgt erfolgen soll:

  • Rückbau der umlaufenden Brücken, Erneuerung der Räumer der Nachklärbecken als schienengebundene Räumerbrücken über den gesamten Beckenradius.
  • Installation von fest installierten, energieeffizienten Belüfterplatten aus Polyurethan oder Silikon mit einer Fläche von 36 m² pro Becken.
  • Neuanschaffung von 4 Verdichtern mit einer Förderleistung von je 700 Nm³/h zur Drucklufterzeugung und Aufstellung auf einer Betonplatte mit Wetterschutzdach im Bereich BB 2.
  • Installation der Druckluftleitungen
  • Installation von langsam laufenden, energieeffizienten Tauchmotorrührwerken mit einem Propellerdurchmesser von 2,50 m zur Beckenumwälzung.
  • Erneuerung der Schaltanlagen, Aufstellung in Fertigteilmodul im Bereich der neuen Gebläsestation und
  • Anpassung und Erweiterung der Verkehrsflächen.

Der Bauablauf hierfür soll wie folgt erfolgen:

  • Zur Minimierung der Dauer der erforderlichen Außerbetriebnahme von Teilen der Belebungsanlage werden die Gebläse- und die Schaltstation einschließlich aller erdverlegten Kabel und Rohrleitungen im ersten Schritt errichtet. Zeitgleich werden die Verkehrsflächen angepasst.
  • Nach Fertigstellung und weitgehender Herstellung der Betriebsbereitschaft der neuen Gebläsestation und Schaltanlage wird das BB2 außer Betrieb genommen und in maschinentechnischer Hinsicht neu ausgerüstet.
  • Zeitgleich wird BB1 noch mit der alten Schaltanlage betrieben.
  • Nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des BB2, der neuen Gebläsestation und der neuen Schaltanlage erfolgt ein zweiwöchentlicher Probebetrieb.
  • Nach erfolgreichem Probebetrieb von BB2 werden BB1, die zugehörige Gebläsestation und die alte Schaltanlage BB1 außer Betrieb genommen.
  • Die gesamte Schaltanlage wird auf die neue Schaltanlage umgeschwenkt und anschließend demontiert.
  • Die Fertigteilgarage(BB2 alt) wird in den Bereich der Netzanlage umgesetzt und dient künftig als Lagerhalle.
  • Im letzten Schritt erfolgen die Außerbetriebnahme und Neuausrüstung der Belebung1.

Im Zeitraum der Außerbetriebnahme des Belebungsbeckens 2 erfolgt die Abwasserreinigung ausschließlich im noch nicht erneuerten Belebungsbecken 1. Für diesen Zeitraum muss von der Aufsichtsbehörde eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden, da im derzeitigen Zustand der Ausrüstung eine Einhaltung der Ablaufwerte nicht in jedem Belastungsfall garantiert werden kann

Bernd Hein - Ratsmitglied Samtgemeinde Ostheide

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