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Kultur in der Ostheide Foto: Karin Kuntze

25. Januar 2024: Warum singen wir das nächste Lied?

Gedanken zu einem Liederabend - von Hans Riechert

Am 25.11.23 war es wieder einmal so weit. Es fand wieder ein Nachbarschaftskonzert in der ProjektScheune in Reinstorf statt. Ambitionierte Künstler aus der Ostheide trafen sich zum gemeinsamen Musikabend für Menschen aus der Ostheide. Der Abend wurde in bekannter Manier von Methias Konrad organisiert und mit leichter Hand durch Iris Labatz moderiert. Was ein bisschen fehlte, war das zahlreiche Publikum. Am Programm konnte es nicht liegen. Eröffnete doch unser allseits bekannter Bag-Piper Rainer Sievers den Abend. Und wenn er „Highland Cathedral“ spielt, geht mir das Herz auf. Danach traten, bunt gemischt, „unsere“ Musiker auf, einzeln oder in kleinen Gruppen gemischt. Auf alle Fälle mit Engagement und können. Die Spannbreite reicht von volkstümlich und mitsingbar über Chansons von Reinhard Mey bis zur Rockmusik von Pink Floyd. Auch internationale Klänge waren zu hören. Als Beispiel sind hier Mladen und seine Musiker erwähnt, die uns kroatische Volkslieder näherbrachten. Oder Peer und Matze mit ihren Versionen international bekannter Stücke.

Warum aber war das Publikum so rar? Lag es an der Befürchtung, dass es in der ProjektScheune nicht temperiert genug sei? Nein, daran kann es nicht liegen. Da jeder Cent der Einnahmen in die Renovierung der Scheune fließt, gibt es dort inzwischen barrierefreie Zugänge, auch zu den sanitären Anlagen. Es gibt einen gemütlichen Holzofen, der angenehme Wärme produziert und vor allem: Es gibt abgedichtete Fenster, so dass die Zugluft draußen bleiben muss.

Und als Getränk lege ich gerne jedem ans Herz, den vom Verein selbst hergestellten Apfelsaft zu probieren. Er ist ökologisch und umweltfreundlich vegan hergestellt. Der CO2-Verbrauch bei der Herstellung hält sich in engen Grenzen und durch den Genuss fördern wir den Erhalt sowohl der ProjektScheune als auch einiger Streuobstwiesen im Bereich der Ostheide. Die werden nämlich durch den Verein gepflegt, kultiviert, abgeerntet und die Ernte zu Saft verarbeitet. Wer den Apfelsaft genießt, weiß wie unsere Natur schmeckt.

Vielleicht lag es aber an der mangelhaften Bewerbung des Abends. Unsere Kulturbeauftragte der SG Ostheide war nicht in der Lage, innerhalb von drei Wochen entsprechend Werbung in der Landeszeitung zu platzieren. Es ist auch ein weiter Weg aus Namibia bis nach Lüneburg. Da kann sich das eine oder andere Byte bei der Übermittlung einer E-Mail schon mal verlaufen und nicht rechtzeitig ankommen. Vielleicht liegt es auch am grandiosen Zeitunterschied von plus einer Stunde zur MEZ. Wer weiß, wer weiß. Schade nur, dass es anscheinend an etwas Banalem scheiterte, den Termin in der Samtgemeinde Ostheide zu bewerben. In Zukunft wird die Werbung wieder durch das bewährte Organisatorenteam stattfinden. Und somit mache ich die geneigte Leserschaft auf folgenden Termin aufmerksam: 28.04.2024; Matinee im Schlehenwinkel 12, Barendorf bei Familie Konrad.

Zurück zum Nachbarschaftskonzert: Das Publikum kam nach der Pause wieder in Schwung. Ob es nun Miriam Makebaas „Pata Pata“ war oder Ronnys „Sierra Madre“, ob wir uns Alle „Über den Wolken...“ befanden, die Stimmung war so gut, dass sogar ich mitgezogen wurde, Lieder mitzusingen.

Und als zum Schluss noch Siegfried Bandura und Norman Landskron ihre deutsche Adaption von Michael Jacksons „we are the world“ vorstellten, waren wir Besucher uns einig: Dies war ein gelungenen Abend, der eine Wiederholung mit richtig viel Publikum fordert.

Und zum Schluss noch „Wir singen“ als Zitat, das den Abend erklärt:

Hörst du Musik. Sieht die Welt gleich anders aus. Sie bringt dich aus dem Seelentief heraus. Alle traurigen Gedanken und Sorgen sind schnell fort. Musik bringt dich an einen anderen Ort.

Und du wirst sehn, mit dem Lied, das du selbst singst, kommt die gute Laune schnell zurück. Der Tag wird hell, und die Sonne, die geht auf, selbst die größte Wolke, die macht dir nichts aus.

Refrain und Alle:

Wir singen laut, wir singen leise.

Wir singen alles, was man singen kann auf unsre Weise.

Fällt auch mal ein falscher Ton – in Dur oder in Moll -

stört das nicht, denn selbst Musik machen ist toll.

Hans-J. Riechert, Barendorf

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